Primäre Kopfschmerzen - Cephalea primaria (verschiedene Migränearten, Cluster Headache, vasomotorische Tensionskopfschmerzen).
Dr. med. P. Bonaccorsi, Via Morigi 41, I-29100 Piacenza

and

Dr. med. V.J. Novak Pilatusstrasse 6, CH-6003 Lucerne
Unabhängig von einem anderen hat Bonacorsi in den 60-er Jahren und Novak in den 70-er Jahren den pathophysiologischen Mechanismus bei Entstehung von primären Kopfschmerzen (Migräne, Cluster Headache, vasomotorische Tensionskopfschmerzen) gefunden. Die beiden Autoren haben weiter zusammen die diagnostische und operative Verfahrung standartisiert und optimiert. Es wurden gegen 80 Publikationen in internationalen renommierten Zeitschriften über dieses Thema veröffentlicht und an allen wichtigen internationalen Kongressen wurde über diese Thematik berichtet. In der Zwischenzeit wurde dieses Verfahrung und diese operative Therapie nicht nur in Italien und der Schweiz, sondern auch in Skandinavien, Beneluxländern, USA und in neuster Zeit auch in China praktiziert. Bonacorsi und Novak haben in der Zwischenzeit über 2000 Patienten operiert mit positivem Erfolg, insgesamt über 90% (siehe einzelne Arbeiten). Die beiden Autoren haben festgestellt, dass für die primären Kopfschmerzen (Migräne, Cluster Headache, vasomotorische Tensionskopfschmerzen) die Triggerzone, von Bonacorsi als Dismorphie bezeichnet, in der Schädelbasis, Nase, Nasennebenhöhlen liegt. Besonders der Uebergang zwischen Ethmoid und Sphenoid, der sogenannte Recessus ethmoidosphenoidale, spielt eine grosse Rolle als Triggerzone. Die Verengungen (Dismorphien in diesen und anderen Bereichen der Schädelbasis, Nebenhöhlen, Septum) sind die Trigger (Zünder) bei der Entstehung von primären Kopfschmerzen. Der pathophysiologische Mechanismus ist folgender: Jeder Patient mit primären Kopfschmerzen (Migräne, Cluster Headache, Tensionstyp) hat eine niedrige, ganglionäre (zentrale) Schmerzschwelle. Zur vorbestehenden Dismorphie (Verengungen) und starken Reaktion durch exogene und endogene, spezifische und unspezifische, physikalische und inflammatorische oder allergische Noxen, kommt es zu Schleimhautödemen in den Nebenhöhlen, Schädelbasisbereich. Dies alles wird noch durch den Biorhythmus und den zirkadiellen Zyklus moduliert. Gewebeödem führt zu zellulärer Hypoxie und Reizung der vegetativen und trigeminalen Rezeptoren im Gewebe und Gefässscheiden. Es kommt zur Ausschüttung von vaseaktiven Gewebehormonen (Neurotransmitoren) im Gewebe und auch im Bereiche der vegetativen und trigeminalen Rezeptoren in der Schleimhaut, in der Schädelbasis und im Nasennebenhöhlenbereich. Dies wiederum führt zur Verstärkung zu Gewebeödemen und zur Extravasation von verschiedenen inflammatorischen Zellen (Penetration von entzündlichen und immunosekretorischen Leukozyten) im Gewebe und den perivaskulären Räumen. Es kommt zur Stasis, Schockzustand in extracraniellen Gefässbereichen, welche sich via Anastomosen in den extra intracraniale Bereich verbreitert. Die Schmerzen bei primären Kopfschmerzen sind das Resultat direkter Oedematose, "sterile Inflammation 11 im Gewebe", Gefässbereich (perivaskulärer Bereich) in Kombination mit Reizung von aferenten trigeminalen und vegetativen Rezeptoren und Fasern, welche die Schmerzen in vegetative und trigeminale Kerne und Zentren im Gehirn führen. Dass der ganze Mechanismus so verläuft, haben wir histochemisch und in der Praxis mit konsekutiver operativer Therapie bewiesen. Auch die anderen Autoren, welche unsere Lehre und OP-Methoden übernommen haben (S. Hoover, Blondie, Farkas, Mc. Laud, Pasalli, De Vicentis, Madsen, Welge-Lüssen, Stokstöd), kommen zu den gleichen Resultaten. Auch die Autoren, wie zum Beispiel Mercies von Kalifornien (Morris Maizels, Departement of family practice an urgent care, southern california permanente medial group, Woodland Hils, et al, JAMA, Vol. 276, No.4 (1996), S 319-321), welcher von unserer Publikation nichts gewusst hat, hat in JAMA die Trigerzone für primäre Kopfschmerzen in der Rhinobasis bewiesen. Auch die Autoren der University von Philadelphia, Clerico and all (Dean M. Clerico, Karin Evan, Linda Montgomery, Donald C. Lanza, Daniel Grabo, Endoscopic sinonasal surgery in the management of primary headaches, Departement of Otorhinolaryngologiy/Head and Neck Surgery, University of Pennsylvania Medical Center, Philadelphia, USA, Rhinology 35, 98-102, 1997) haben 19 Patienten operativ behandelt und nichts gewusst von unseren Publikationen und sind zum gleichen Ergebnis zur Entstehen primärer Kopfschmerzen gekommen. Leider wurden die Erkenntnisse von Bonacorsi/Novak von verschiedenen Kreisen ignoriert und diese wichtige Entdeckung für die Praxis hat noch keinen adäquaten Durchbruch in medizinischen Kreisen gebracht.